Schilcher, aber gut;)

Als Blauer Wildbacher hat man es nicht leicht. Gerbstoff, Säure und eine markante Frucht, als Draufgabe auch noch empfindlich gegen Mehltau, den echten und den falschen, und als wär das noch nicht genug bleibt auch noch das Problem mit dem Spätfrost.

Die vielen Facetten des Schilchers

Der Blaue Wildbacher steht quasi ausschließlich in der Weststeiermark, Österreich. Gekeltert wird daraus meist ein Rosé namens Schilcher. Entweder als Stillwein, gern aber auch als Frizzante oder Sekt, und auch als Süßwein sehr empfehlenswert.

Franz Strohmeier von der Wein- und Sektmanufaktur Strohmeier baut seine Schilcher im großen Holzfaß aus, die Weine durchlaufen einen biologischen Säureabbau und bleiben länger auf der natürlichen Hefe.  Das alles tut dem Blauen Wildbacher unheimlich gut. Das Ergebnis sind äußerst bekömmliche gute Weine.

Der erste im Bunde ein “normaler” Schilcher, dann hätten wir noch den Rosé aus der Linie Trauben, Liebe und Zeit, hier hat Franz Strohmeier keinen Schwefel während der Weinwerdung zugefügt. Ohne Frage handelt es sich hierbei um Rosé für Fortgeschrittene. Ein toller, vielfältiger Speisebegleiter. Last but not least bleibt noch a`Siassa. Ich bitte hierbei aber um absolute Vorsicht. Der ist so gut, Suchtgefahr besteht.

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Neue Jahrgangsvielfalt

Ein Besuch bei den 5 steirischen Winzern von ‘Schmecke das Leben’ ist immer ein kleines Erlebnis und stets eine Reise wert. Diese Woche habe ich Ewald Tscheppe in seinem Werlitschhof und seinen Bruder Andreas Tscheppe (mehr über Andreas und seinen unvergleichlichen Krebskogl aber ein andermal) in Glanz besucht. Das Sortiment an Werlitschweinen wollte ich vergrößern, mehr Vielfalt in den Jahrgängen anbieten.

Mit Ewald Tscheppe vorort zu verkosten ist immer eine Freude

Die Qual der Wahl oder Willkommen im Schlaraffenland

Neben den 2007ern, die es ja schon in meiner Online Weinhandlung gibt, standen Ex Vero I, II und III aus den Jahrgängen 2008, 2009 und 2010 zur Verkostung bereit.

Die Jahrgangsunterschiede zwischen 07 und 10 sind enorm und doch ist die Herkunft bei allen Weinen immer präsent. Es ist eine unbeschreibliche Freude sich durch diese große Auswahl an lebendigen und facettenreichen Weinen durchzuprobieren. Jeder Wein ist wie ein kleines Geheimnis das Es zu entdecken gibt.

Ich habe eine kleine Auswahl getroffen (hier geht es zu den Weinen im Shop) und wünsch Euch damit genauso viel Spaß beim Entdecken, wie ich hatte. Um es einwenig übersichtlicher zumachen habe ich Euch 3 passende Bio Weinkisterl’ zusammengestellt.

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Ex Vero I 2009

In der aktuellen Ausgabe der Steiermark Wein findet sich eine wahre Lobeshymne an Ewald Tscheppes Einsteigerwein aus der Ex Vero Linie. So viel Lobhudelei hätt’ ich mich im Shop ja nie getraut;) umso schöner es schwarz auf weiß zu lesen. Die Zusammenfassung der Kostnotitz wäre übrigens sehr kurz: elegant ist er, der Wein.

“Geprägt von kaum überbietbarer Eleganz, strahlt die Größe eines Burgunders aus, fruchttiefe, elegante Nase, am Gaumen wiederum elegant mit ganz feinen Zitrus-Noten, extraktreiche Frucht und Eleganz perfekt abgestimmt, heute noch immer ein Jüngling. Top!”

Das klingt nach einem 30 Euro Wein, oder was meint ihr? Diesen tollen Wein aus Chardonnay und Sauvignon Blanc gibts um € 11,60…  …und jetzt stellt euch mal vor wie Ex Vero II und III schmecken…..

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Weinrallye #58 – Weinwichteln

Es freut mich immer sehr wenn es sich ausgeht einen Beitrag zur Weinrallye zu schreiben. Neben der schönen Idee des Weinwichtelns gibt es aber auch eine Schattenseite. Thomas Lippert vom Winzerblog, Initiatior der deutschen Weinrallye, schließt seine Onlinepforten. Ich bin ja noch ein wenig grün hinter den Ohren was die ganze Onlinegeschichte angeht. Mit der Gründung meines Onlineshops wurde mir von meinem Marketing/Onlineexperten meines Vertrauens erklärt ohne Blog und Facebook geht gar nichts. Als ich mich zum ersten Mal im Netz umgeschaut habe konnte ich es kaum glauben, was hab ich blos verpasst! Es gibt da draussen vielmehr lesenswerte Blogs als Zeit. Besonders toll war für mich das Vinocamp 2012, ebenfalls ein Baby von Thomas Lippert. Ich blogge, wenn ich denn blogge, ja auf meiner Shopseite, betreibe also einen von vielen verächtlich betrachteten kommerziellen Blog. Ich bin ja Weinnerd aus Berufswegen, hab mein Weinfreakdasein sozusagen zum Beruf gemacht. Oder hat mich mein Beruf dazu gemacht;)? Die große Schar an privaten Enthusiasten die ich beim Vinocamp treffen durfte würden so manchen Sommelier in meiner Heimat das Fürchten lehren, davor bleibt nur der Hut zu ziehen. Lange Rede kurzer Sinn, entschuldigt bitte;), was ich eigentlich sagen möchte ist DANKE THOMAS! Diese Parallelwelt im Netz die ich entdecken durfte und mein Leben ohne Zweifel bereichert hat, wär ohne die unermüdliche Arbeit von Thomas über viele Jahre hinweg nicht möglich gewesen. Ich freue mich schon jetzt auf ein neues Projekt von Dir!

Sag zum Abschied leise Servus. Das Thema dieser Weinrallye ist nicht etwa eine Region, eine Rebsorte oder ähnliches, diesmal dürfen wir uns selbst beschenken. Thomas hat alle Teilnehmer verkuppelt (by the way nochmals Danke das ich auch im fernen Ösiland mitmachen durfte!).

Weinberg mit Ausblick Quelle: arnswein.de

Theresa Arns vom gleichnamigen Weingut Arns hat mir ein Fläschchen von ihrem Familienweingut aus Reil/Mosel gesendet. Ich gebs zu, ein kleines enttäuschtes ooohhhh war von mir zu hören als ich das Päckchen aufgemacht hab. Über einen Riesling hätt ich mich schon sehr gefreut. Sorgfältig verpackt war ein Weißer Burgunder 2011. Familie Arns bewirtschaftet ihre Weinberge ökologisch. Wer mich kennt weiß wie wichtig mir das ist. Wer mich richtig kennt weiß das ökologischer Weinbau für mich auf keinen Fall im Weinberg aufhört sondern unbedingt im Keller weitergehen muss. Wein sollte werden und nicht gemacht werden. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Eine lange Vegetationsperiode zeichnet die Mosel besonders aus. Bildquelle: arnswein.de

Eine lange Vegetationsperiode zeichnet die Mosel besonders aus. Bildquelle: arnswein.de

So nun ist er endlich im Glas und alle Vorurteile über Board geworfen. Weißer Burgunder passt ganz hervorragend an die Mosel! Der Wein ist herrlich ausgeglichen ohne beliebig zu sein. Feine Fruchtnoten, ein Touch Honig und schön mineralisch am Gaumen. Reif und verspielt bei zarten 11,5%, so macht das Spaß! Die Neugier ist geweckt, jetzt will ich auch den Grauburgunder.

Natürlich ging auch ein Päckchen von mir auf Reisen. Ach was sag ich, eine ganze Deutschlandtour hat es dank DPD hingelegt. Und mit nur minimaler Verspätung (Achtung Ironie;)) kam es grad noch rechtzeitig an. Nele muss jetzt also schnell trinken. Was schenkt man jemanden den man nicht kennt? Also ging ich erstmal stöbern auf ihren beiden (!) Blogs. Zuerst war ich auf Küchendelikte unterwegs. Eine unterhaltsame Seite, vor allem für Krimiliebhaber.Danach hatte ich immer noch keine Eingebung was Nele denn so richtig Freude machen könnte, dafür war der Entschluss gefasst das ein Boeuf Bourguignon mal wieder dringents zubereitet werden muss. Weiter ging es also mit meiner Suche auf Pralinenwahnsinn. Wahnsinn trifft es schon recht gut, Pralinenhimmel wär auch passend. Neben vielen Rezepten gibt es auch allerhand Wissenswertes rund um die kleinen süßen Versuchungen. Zu dunkler Schokoladen trinke ich ja am liebsten Banyuls und Co. Zu weißer Schoko, vielleicht aber noch mit Himbeeren, Erdbeeren,…. dazu mag ich es gern prickelnd. Gern auch ganz trocken. Doch vor kurzem hab ich einen Schilcher von Franz Strohmeier bekommen. Rosé, süß und aus dem Holzfass. Eine ungewöhnliche Kombination, keine Frage. Süßwein für Fortgeschrittene sozusagen – und ein Gedicht zu weißer Schoko mit Himbeern. Bio nicht nur im Weingarten, sondern auch im Keller. I like. Ich hoffe Nele gefällt das Experiment ebenso.

Schilcher Süß vom Franz Strohmeier zu Limette-Sahne-Trüffel? Gerne doch! Bildquelle: pralinenwahnsinn.de

Oder vielleicht diese hier? Und diese muss ich auch unbedingt probieren…..

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Wir schenken Dir die Versandkosten!

Weihnachten steht vor der Tür und noch so viel zu tun? Wir liefern den gewünschten Wein ohne Versandkosten rechtzeitig vor den Feiertagen zu Dir nach Hause!

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Gültig in Österreich und Deutschland.

Wir wünschen Euch einen schönen Advent

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Weinrallye #56 gemischter Satz

Es ist wieder so weit, die nächste Weinrallye steht an! Diesmal sind wir zu Gast bei Stefan Schwytz von Baccantus.

Der große Vorteil (oder war’s der Nachteil?;)), wenn man so spät mit seinem Beitrag dran ist, wurde vieles schon gesagt. Wer sich für den historischen Hintergrund interessiert findet bei Peter hier das richtige, die aktuelle Gesetzlage kann man bei Susa hier nachlesen. Falls dich das alles nicht interessiert kannst du hier erfahren wie man € 988,- sparen kann, die Cordula weiß es;)

Ich bin ja bekanntlicherweise keine große Freundin von primärfruchtigen Weinen. Gerne stelle ich die Rebsorte auch hinten an. Lieber möchte ich etwas von der Herkunft im Glas schmecken. Ist das nicht einer der faszinierensten Dinge am Wein? Man kann nicht nur die Rebsorte schmecken, der Wein erzählt auch vom Jahrgang, vom Boden auf dem er gewachsen ist. Nicht zuletzt erzählt er uns auch etwas von der Arbeit des Winzers…

Meiner Meinung nach transportiert der Gemischte Satz das alles sehr gut. Es nimmt die Möglichkeit nach dem lustigen Rebsorten raten wie es viele gern tun. Es geht dann nicht mehr um “typisch Sauvignon” oder “typisch Veltliner”, man muss sich einfach auf den Wein einlassen und ihn sein lassen wie er ist.

Im Rahmen eines Interviews habe ich Matthias Hager aus dem Kamptal vor über einem Jahr gefragt: “Welche Bedeutung hat der gemischte Satz für Sie? Ist es ein Modetrend, oder wird er sich etablieren können?” Er antwortete: “In Wien hat er sich ja bereits als Marke mehr oder weniger etabliert und wir sehen auch bei vielen unserer Kunden-besonders bei den jüngeren-, dass es nicht mehr so wichtig ist, welche Sorte sie trinken, sondern dass der Wein schmeckt. Insofern glaube ich schon, dass der Gemischte Satz durchaus seine Berechtigung hat und der Vorteil sowohl für den Kunden als auch für den Weinbauern: er darf überall anders schmecken. Durch den Gemischten Satz geht man vielleicht weg davon, wie ein Wein zu schmecken hat und lässt den Wein so stehen, wie er ist.” Das ganze Interview kann man hier nachlesen.

Während des Schreibens hatte ich leider keinen Gemischten Satz im Glas sondern Tee in der Tasse, der Verkühlung sei Dank.



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Weingut Werlitsch in der Vinum

In der Oktober Ausgabe 2012 hat sich die Fachzeitschrift VINUM der Steiermark gewidmet. Genauer gesagt dem großen Potenzial von Sauvignon Blanc in dieser bemerkenswerten Region.

Ewald Tscheppe, Werlitschhof Quelle: Vinum

Ewald Tscheppe, Werlitschhof Quelle: Vinum

Gerne möchte ich die Zeilen über Ewald Tscheppe vom Werlitschhof hier zitieren: “Er arbeitet nur mit Cuvées, Sauvignon Blanc ist oft ein wichtiger Bestandteil. Das Resultat ist so etwas wie ein Gegenkonzept zum fruchtigen Wein und erinnert tatsächlich an Projekte von Winzern der französischen Vin-Naturel-Bewegung, einfach ein wenig angepasster – steirischer Naturwein halt. Was im Moment als Fehlton wahrgenommen wird, verschwindet nach Sekunden im Glas, danach beginnt ein Aromenspiel, das nicht nur ungewohnt, sondern auch für den Weingeübten unheimlich spannend ist. Die Weine sind in jungen Jahren oder frisch geöffnet noch sperrig und verschlossen, erst nach einigen Jahren in der Flasche oder ein paar Tagen an der Lust zeigen sie sich ausgeglichen. Tscheppe lacht verschmitzt und fragt, wann er den gerade verkosteten Wein wohl geöffnet habe -  es sind drei Wochen, dem Wein ist nur eine leichte Oxidation anzumerken. ‘Ich entdecke in meinen Weinen immer wieder Aromen die neu für mich sind. Es fällt mir schwer, meine Weine zu beschreiben, jeder muss sie selbst erleben’”

Konkret steht über den Ex Vero II (by the way übrigens einer meiner ABSOLUTEN Lieblingsweine;)) geschrieben: “Naturwein, nur wenig geschwefelt. Burgundischer Sauvignontyp. Sollte jeder selbst probieren.”

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Weinrallye #55 Hassliebe Wein und Gastronomie

Weinrallye #55Wein und Gastronomie, eine Hassliebe? Diese Frage wirft Peter Ladinig vom Institute of Drinks auf. Eigentlich sollte Gastronomie und Wein das perfekte Paar sein, warum hat man dann häufig den Eindruck das es sich um lieblose Zwangsehe handelt?

Ich bin nicht nur Weinhändlerin, ich arbeite auch beratend, schule Mitarbeiter, gestalte Weinkarten mit Konzept das wirklich zum jeweiligen Haus passt. Eine Sommelière die man ausresourct, wie es auf Neudeutsch so schön heißt. Nicht nur wirtschaftlich nicht die schlechteste Idee für den Wirten. Bevor ich zur Weinhändlerin wurde war ich Sommelière im Restaurant, ausgebildet über das WIFI, mit Diplom. So, wie sich das halt gehört. Seit kurzem arbeite ich wieder im Restaurant, nebenbei quasi. Es ist halt doch vielleicht der schönste Beruf der Welt.

Mein Blick auf das Thema ist denk ich somit recht umfassend, denn nicht zu vergessen, ich bin ja auch selbst Gast und Kunde. Obwohl ich auch nicht selten Wasser oder Bier beim Essen gehen trinke, was mir allemal lieber ist als schlechter liebloser Wein ebenso serviert. Manchmal wäre der Wein selbst vielleicht gar nicht so übel, es will ihn mir nur scheinbar partout keiner verkaufen. Auf die Frage “Was wollen sie trinken?” bleibt ja erstmal nur die Gegenfrage: “Was haben sie denn?” Die Aufzählung der Rebsorten ist mir als Antwort dann halt zu wenig, den armen Kellner will man ja auch nicht weiter quälen und dann bleibt eh schon nur mehr die reflexartige Bestellung von Bier und Co. Kellner sind Dienstleister, häufig verkommen Sie jedoch zu reinen Befehlsempfängern. Ganz vergessen scheint die Verkäuferebene des Berufs zu werden. Dabei möcht ich ganz klar festhalten das verkaufen nichts mit “aufschwatzen” oder “überteuertes andrehen” zu tun hat. Es geht um das direkte Anbieten, die persönliche Empfehlung. Da muss es auch gar nicht immer nur um Wein gehen, es kann auch die selbst angesetzte Limonade sein.

Leider fehlt es vielen Gastronomen wohl einfach an Mut. So wird die Gestaltung der Weinkarte an den Getränke und Weinlieferanten abgeben. Wasser, Säfte, Bier und Wein aus einer Hand, häufig verkaufen sie einem auch noch Kaffee und Tee. Wie praktisch. Wer braucht schon Individualität und eine eigene Handschrift? Ganze Regionen bieten dann häufig den gleichen Einheitsbrei an. Der Gastronom kontert dann häufig. “Der Gast will es so.”

“Huhn oder Ei?” Was war zuerst?

War zuerst der Kunde der immer nur das Bekannte wollte oder war es der Gastronom der die Gäste so “erzogen” hat? Darauf gibt es wohl keine Antwort….

Abschließend bleibt nur zu sagen, Individualisten dieser Welt vereinigt Euch! Ich wünsch den Gästen mehr Mut beim Nachfragen, mehr Mut bei der Auswahl! Den Wirten den Mut sich abzuheben, die Sache mit dem USP soll ja ganz gut funktionieren;) Und den vielen Sommeliers da draussen den Mut einfach ihren Job zu machen! Hinaus mit Euch in die Weinbaugebiete, vernetzt euch mit dem Küchenchef, mehr Mut beim Food Pairing, traut Euch was. Nichts ist so spannend wie das “perfect match” zu finden, den Gast beobachten wenn er den ersten Schluck vom korrespondierenden Wein nimmt und sich ein zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitet…..

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Weinrallye #54 Region im Glas

Region im Glas.  Auf den ersten Blick ein schönes Thema, auf den zweiten ein verdammt schwieriges. Mir ist keine homogene Region bekannt, in der sich ein Kleinklima, der Boden und Co wirklich durchgehend wiederfindet. Die Jahrgangsunterschiede (wie aktuell 10/11) sorgen dann noch für ein übriges. Also ist es eher die regionale Stilistik, die Winzerhand sozusagen, die eine Region ausmacht. Und so haben sich viele Regionen immer wieder selbst erfunden, angepasst an Kundenwünsche und den massiven Veränderungen in den Möglichkeiten der Weinbereitung.

Nichtsdestotrotz hieß es nun eine Region zu wählen. Zuerst wollte ich das klassische aber doch eher unbekannte französische Jura wählen. Doch noch spannender als ein traditionsreiche Region zu beleuchten ist doch ein Gebiet das es erst zu erforschen gibt. Wo man nicht an Traditionen, welche häufig durch äußere Umstände und Druck entstanden sind, gebunden ist sondern sich neu darauf einlässt.

Kärnten. Ein Bundesland das bei vielen nicht wirklich gute Emotionen auslöst. So auch bei mir, aber es geht ja nicht um Politik sondern um Wein. Seit einigen Jahren gibt es nun Kärntner Wein. Angebaut wird auf fruchtbaren Land ein wildes Rebsortentohuwabohu. Von Riesling bis Veltliner, von Sauvignon bis Gewürztraminer bis hin zum Müller Thurgau. Rot schaut das Bild nicht viel anders aus, es gibt Zweigelt und Blaufränkisch, einiges an Roesler, Blauburger und Merlot… Nur Weiß und Rot wäre aber natürlich viel zu langweilig, deshalb gibt es natürlich auch noch Zweigelt als Frizzante und Prädikatsweine mit charmanten 14%. Das ganze auf ca 20ha. Verteilt auf das Bundesland Kärnten. So kann das natürlich nichts werden.

Gott sei Dank geht es aber natürlich auch anderes. Vor ca einem halben Jahr hat mich Marcus Gruze kontaktiert. Biowein aus Kärnten. Aha. Meine ersten Gedanken dazu möchte ich aus Gründen der Höflichkeit nicht hier wiedergeben. Schnell war aber klar hier läuft alles anders -  richtig.

Die jungen Reben genießen einen traumhaften Ausblick auf den Längsee

Marcus Gruze bereitet seinen Wein so wie ich ihn am liebsten mag. Ohne zugesetzte Hefen, ohne Enzyme, keine Schönung, minimalster Schwefeleinsatz. Das machte mich dann doch neugierig, auf Mensch und Wein. Ein Ausflug nach Kärnten war unausweichlich. Es folgte ein toller Tag im Weingarten. Das Gebiet um Sankt Georgen entstand in dieser Form in der letzten Eiszeit. Schiefer als Grundgestein mit einem leichten Lehmboden darauf. Rundherum gibt es etwas Kalk, den man auch immer wieder in den Weingärten von Marcus Gruze  findet. Der idyllische Längsee ist das Überbleibsel einer Gletscherzunge aus vergangenen Tagen. Die Sommer sind heiß und trocken,  der See jedoch sorgt für ein ausgewogenes Mikroklima. Die Winter sind eher mild, häufig auch arm an Niederschlägen. Kurze eisige Perioden lassen den Frost zu einer  Bedrohung für die Weingärten werden.

Es ist wirklich spannend Marcus in seinem Element zu erleben. Aber die eine Frage die bleibt ‘Warum muss es denn ausgerechnet Wein in Kärnten sein, warum nicht mit seinem Talent in eine tolle Weinregion, mit den richtigen Vorzeichen?’ Damit ich nicht aus meinem Kopf falsch zitiere habe ich Marcus noch kurz um SEINE Worte gefragt die ich auch so wiedergeben möchte: “Es gibt sonst kein vergleichbares Naturprodukt, wo Konsument und Produzent einer Meinung sind und die Essenz suchen, das Terroir, die Mineralität schmecken wollen. Die Leidenschaft für den Weinbau fand ich in Neuseeland, wo ich drei europäische Winter gearbeitet habe. So weit weg von zu Hause verspürt man irgendwann den Drang, endlich wieder Wurzeln zu schlagen, die eigene Herkunft zu schätzen und die Arbeit auf der eigenen Erde zu verrichten. Das jetzige ‘Georgium’ war mein Elternhaus, früher lebten schon meine Großeltern hier. Dieses Haus umzubauen, und Wein anzubauen, dieser Traum wurde 2008 zur Wirklichkeit. Ich begann 15 000 Rebstöcke an der Nordseite des Längsees auszupflanzen, und blicke heute auf einen lebendigen Weinberg, ein kleines Ökosystem, zu dem ich meinen Beitrag leiste.”

Schiefer

Schiefer

lebendiger Boden

Die Handarbeit im Weingarten und das viele nichteingreifen im Weinkeller zeichnen die Weine aus. Ausschließlich Burgundersorten (Chardonnay, Weiß- Grau- und Spätburgunder) werden so zum Boten der Region. Unverfälschter kann Wein kaum ins Glas kommen.

Apropos Glas, jetzt musste ich aus Zeitdruck meinen Beitrag zur Weinrallye (btw ein herzliches Danke an die Gastgeber!!!!) ganz ohne diesen grandiosen Wein im Glas schreiben. Da bleibt mir nur das Schwelgen in Erinnerungen… Biskuit und Kamille, Orangenzesten, und dieses cremige Mundgefühl… Der Pinot vom Längsee gehört definitiv zu meinen Favoriten.

Das Schlusswort gehört aber trotzdem nochmals Marcus Gruze, denn ich könnt es nicht besser sagen: “Mein Wein hat Charakter. Seine Physiologie lässt ihm einen Spielraum offen, was sich in der Unterschiedlichkeit der einzelnen Flaschen zeigen kann. Nichtsdestotrotz besitzt er die Stärke, sich nach dem Öffnen nicht zu verflüchtigen, vielmehr entwickelt er sich mit jeden Tag, wie er es schon als Traube gewohnt
war. Dieser Wein, wie er schon seit 1000 Jahren gemacht wird, braucht nicht das Lob eines sogenannten Weinkenners, aber die wohlgeöffneten Augen eines Weinliebhabers.”

Marcus Gruze in seinem Weinkeller

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Kostnotiz – Theodora 2011/Gut Oggau/Oggau/

Animierend, Quitte und reife gelbe Äpfel (die mit den kleinen schwarzen Punkten drauf, kennt ihr die?) in der Nase. Aber auch nach Zitronenmelisse. Am Gaumen herrlich trocken, tolles Mundgefühl, leicht salzige Noten, mittlerer Abgang.

Theodora kam 2011 unfiltriert in die Flasche, meines Wissens nach das erste Mal, bisher war dies der Eltern und Großelterngeneration vorenthalten. Find ich gut.

Ganz nach der Philosophie von Stephanie und Eduard Tscheppe-Eselböck ist auch der aktuelle Jahrgang aus Grüner Veltliner und Welschriesling gekeltert, die Trauben (die biodynamischen, was sonst;)?) kommen immer aus dem selben Weingarten.

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