Aufruf! Weinrallye #73: Unfiltriert

Es freut mich sehr dass ich diesen Monat Gastgeber der Weinrallye # 73 sein darf!

UNFILTRIERT! Lautet diesmal das Motto. Vielen Konsumenten ist gar nicht klar welche Schritte Ihr Wein im Keller durchmacht. Die einen interessiert es nicht, die anderen werden zu militanten Gegner von allen, die nächsten haben einfach keine Ahnung. Ich würd mich freuen wenn wir hier verschiedene Aspekte beleuchten könnten. Was ist für DICH wichtig?! Dürfen Gelatine und Eier in den Wein? Wie schaut es aus mit Enzymen? Filtriert vs unfiltriert? Gibt es guten Wein ohne all den Schnickschnack überhaupt?!

Wer kann mitmachen? Einfach jeder! Veröffentlicht am Freitag den 25. April 2014 einen Artikel zum Thema auf Euren Blog. Wer keinen Blog hat, kann gerne bei mir Unterschlupf finden;-) Bitte verwendet auf FB, Twitter und Co den Hashtag #weinrallye und hinterlasst hier Euren Link in den Kommentaren.

Über was soll ich schreiben? Das Thema ist bewusst sehr weitläufig gewählt. Ihr könnt über einen besonderen Wein schreiben und die Hintergründe seiner Herstellung beleuchten. Ihr könnt auch einfach Eure Meinung zu einzelnen Weinbereitungsmittelchen kundtun.

Die erste Weinrallye fand übrigens 2007 beim Initiator der tollen Aktion statt! Im Winzerblog von Thomas Lippert könnt Ihr mehr nachlesen!

Ein passendes Logo kommt noch, ich freu mich über viele Teilnehmer!

 

 

Spargelwein, der Wein zum Spargel

Es ist wieder so weit, die Spargelsaison beginnt und scheinbar fragt sich alle Welt ‘welcher Wein passt zu Spargel?’.  Findige Marketingleute kleben daher einfach “Spargelwein” aufs Etikett und gut ist. Ist ja furchtbar praktisch. Dann brauchen Sommeliers nicht mehr mit Ihren Gästen reden und Fachhändler können sich das zeitraubende Gerede mit Ihren Kunden sparen.

 

THEMA VERFEHLT, SETZEN.

Das spannende an Speisen und Weinkombination ist ja gerade die Vielfalt. Erlaubt ist was schmeckt. Und macht nicht das Ausprobieren und entdecken einen großen Teil der Freude aus?  In diesem Sinne: probiert drauf los und traut Euch!

Spargel alleine ist mild und zurückhaltend. Wenn man sich also auf die Suche nach einem korrespondierenden Wein macht, muss man auf die Zubereitungsmethode und die Saucen achten.

Weißer Spargel liebt Butter, salopp gesagt. Egal ob der Klassiker Sauce Hollandaise oder eine rote Butter von Großmeister Heinz Winkler oder einfach nur ein Stückchen Rohmilchbutter und etwas Salz. Für den Weinbegleiter ist das durchaus schon eine kleine Herausforderung . Der grüne Spargel hat es gern asiatisch. Auch hier sind die Möglichkeiten der Weinbegleitung schier unendlich, je nachdem welche Gewürze und Aromaten gewählt wurden.

Spargelwein gibt es nicht. Basta.

Es gibt ja auch keinen Tomatenwein oder Brokkoliwein oder …….. Daher gibt es an dieser Stelle auch keinen Tipp von mir.

Persönliche Empfehlung gefällig?

Wenn Ihr wollt könnt Ihr mir ja gerne Euer Rezept schicken und ich empfehl Euch was Feines dazu;-) Erreichen könnt Ihr mich per Mail oder auf Facebook!

 

Die größte Auswahl an Werlitsch Weinen

Es freut mich sehr in meiner kleinen Online Weinhandlung die größte Auswahl an Weinen vom Weingut Werlitsch anbieten zu können! Mittlerweile kann man aus 6 (!!!!!) verschiedenen Jahrgängen wählen! Neben den großartigen Weinen aus der Ex Vero Linie gibt es noch reinsortigen Sauvignon Blanc und natürlich hauch den jüngsten Zuwachs der Werlitsch-Wein-Familie: Drei Generationen! Juhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu!

Ex Vero? Oder wie meinen bitte?

Immer wieder werde ich nach der Bedeutung von Ex Vero I bis III gefragt, deshalb möchte ich hier gerne einmal ein paar Facts festhalten. Ewald Tscheppe möchte nicht die Rebsorte in den Vordergrund stellen, sondern vielmehr seine Herkunft. Ein Gedanke den man in vielen großen Weinbauregionen pflegt und hegt, man denke nur an Burgund und Bordeaux.

Brigitte und Ewald Tscheppe vom demeterzertifizierten Weingut “Werlitsch” haben sich ganz bewusst für den Namen “Ex Vero” entschieden. Wie es das liebe Latein ja so in sich hat gibt es einige Übersetzungen und Bedeutungen, die beiden berufen sich auf “aus dem Wahrhaftigen, aus dem Tatsächlichen, ganz und gar wirklich”  nach Übersetzung Prof. Menge, Dr. Pertsch 1937 und 1963. Und da kann man den beiden nur zustimmen, es beschreibt Ihre Weine schon ganz gut.

Wie fast alle Weine in meiner Online Weinhandlung sind auch die Weine der Tscheppes spontan vergoren, im großen, gebrauchten Holzfass gereift und natürlich weder geschönt oder mit Enzymen oder ähnlichen behandelt. Schwefel kommt erst bei der Abfüllung an den Wein. That’s it.

Der Ex Vero I stellt die Basis der Qualitätspyramide dar. Die Trauben wachsen im flachsten Teil des Weinbergs. Der Boden ist leicht lehmig und viel fruchtbarer als der Rest. Das spiegelt sich natürlich auch in den Weinen wieder. Ex Vero I ist der fruchtbetonteste der Trios.

Die Trauben des Ex Vero II wachsen im mittleren Teil. Der Unterboden ist hier bereits sehr steinig, darauf befindet sich aber noch eine schmale Schicht Lehm. Die Reben wurzeln hier bereits deutlich tiefer und die Weine sind bereits sehr charakterstark. Im Moment zählt der 2008, knapp gefolgt vom schon fast legendären 2006, zu einer meiner absoluten Lieblingsweine. Tiefgründig und finessenreich; langlebig und strukturiert.

Für den Ex Vero III kommen die Trauben aus den kargsten und steilsten Stellen. Südliche Kessellage, geschützter und besser geht es kaum. Die Trauben müssen sich hier schon ganz schön ins Zeug legen. Die Wurzeln müssen tief und ausgeprägt sein. Und so ist auch der Wein. “Es ist die Essenz, die spricht.” sagt Ewald dazu. Ich finde er hat Recht.

Ewald Tscheppe inmitten seiner Rebstöcke.

Ewald Tscheppe inmitten seiner Rebstöcke. Fotoquelle: Weingut Werlitsch

Soll ich Euch jetzt auch noch verraten welche Traubensorten in den Ex Vero Weinen drinnen sind? Nein, lieber nicht. Oder doch?! Ach was solls…. Sauvignon Blanc und Morillon (aka Chardonnay) sind angepflanzt. Wobei beim beim Ier und IIIer jeweils Morillon den Ton angibt und beim IIer Sauvignon Blanc. Im Ier findet man auch noch etwas Welschriesling.

 

Neue Schätze in Rot!

Es gibt zwei großartige neue Weine im Sortiment!!!

Als ersten Neuzugang gibt es einen schier unglaublichen Pinot Noir aus Kärnten. So elegant und feingliedrig, ausdrucksstark und eigenständig,  wär hätte gedacht das das in Kärnten möglich wäre. ICH definitiv nicht, da muss ich ganz ehrlich sein;-)

Die Geschichte des zweiten Neuen ist ganz anders. Während in Kärnten noch alles neu und aufregend ist, ist beim Weingut Manincor Tradition angesagt, immerhin kann Graf Michael Goëss-Enzenberg auf eine 400 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Neu ins Sortiment habe ich den Gutswein “Reserve del Conte” aufgenommen. Und ich glaub es wird nicht der letzte Wein aus Südtirol sein;-)

Wie hältst Du Dein Glas? – Unsinniges rund um Wein

Wenn man manch Profis zuhört bekommt man das Gefühl Wein sei eine todernste Sache und taugt nur für spaßbefreite Diskussionen. Das ist natürlich totaler Humbug, Wein ist ein Genussmittel, transportiert wie kein anderes Emotionen, Herkunft, Geschichte… Hmmm… Irgendwie klinge ich jetzt spaßbefreit;-)

glasDeshalb heute mal etwas unsinniges. Unter diesem Link. Bleibt die Frage welcher Typ bist Du?!

Schmecken muss es, und das tut es;-)

Orange Wine wird immer allgegenwärtiger. In vielreichen Publikationen und auf Verkostungen, in einschlägigen Foren und in Weinrunden.  Man könnte auch ganz salopp gesagt es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.

Gerade heute hat der von mir sehr geschätzte Jürgen Schmücking dazu etwas auf Wine Times veröffentlicht. Er gibt ein Status Quo der “Szene” und ist auf Ursachenforschung.  Woher kommt eigentlich all diese Ablehnung?

Für viele ist Orange Wine etwas das sie manchmal verkosten und selten trinken. Für mich ist es Teil meiner täglichen Leidenschaft. Ich will nicht missionieren, ich will Möglichkeiten bieten. Seit kurzem gibt es in meinem Lager einmal die Woche einen Lagerverkauf. Natürlich mit entspannter Verkostung;-)

Der absolute Liebling bei meinen Besuchern und Kunden war gestern übrigens die Gräfin von Sepp Muster. Und warum? Nicht weil es ein Orange Wine ist, nicht weil es biodynamisch ist, nicht weil es ein Journalist in den Himmel gelobt hat. Dieser Wein erfreut sich solch großer Beliebtheit weil ER SCHMECKT!

Das gestrige line up beim wöchentlichen Lagerverkauf. Standard und Mainstream überlasse ich gerne den Anderen;-)

Das gestrige line up beim wöchentlichen Lagerverkauf. Standard und Mainstream überlasse ich gerne den Anderen;-)

Den Lagerverkauf gibt es übrigens jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr und (fast) jederzeit nach Anmeldung.

 

Gelber Muskateller

Einer der ersten Weine die mich geprägt haben war ein Gelber Muskateller Smaragd 1999 von Emmerich Knoll. Barocker kann man Muskateller in Österreich kaum interpretieren, für mich war das damals ein kleiner Meilenstein. Dieser Weinstil und die Wachau haben mich in meinen ersten Jahren als Sommelière ganz klar geprägt. Ein typischer Vertreter dieser edlen Rebsorte ist dieser Wein allerdings auch nicht. In unseren Breitengraden gibt es Muskateller leider meist nur in der Variante “belanglos, megafruchtig und eiskalt” ähm, ich meinte natürlich: “jung, fruchtig und leicht”, dabei könnte Muskateller so viel mehr.

Ein großartiges Beispiel dafür ist immer der Muskateller von Sepp Muster aus Leutschach. Während fast alle österreichischen Winzer Muskateller im Stahltank gären lassen, die Temperatur regeln und manipulierend regulierend mit Hefe eingreifen, ist Sepp Musters Muskateller wie all seine Weine; langsam geworden, nicht schnell gemacht. Lese von Hand, Selektion im Weingarten, Rebeln und Quetschen, schonende Pressung über mehrere Stunden, keine Mostfiltration, spontane Vergärung im Holzfass, minimaler Einsatz von Schwefel, Lagerung und Reifung im großen Holzfass. Was bei vielen Winzern nur den Top Gewächsen vorbehalten ist, ist für die Musters eine Selbstverständlichkeit bei all Ihren Weinen.

Ich liebe ja diese Etiketten, sie sagen schon so viel über ihren Inhalt aus.

Ich liebe ja diese Etiketten, sie sagen schon so viel über ihren Inhalt aus.

Beinahe schon wehmütig erinnere ich mich an den 08er, Clemens Mally meinte sogar er wäre der beste Muskateller der Welt. Ein Wein für viele Jahre, dennoch hab ich es versäumt mir auch nur eine einzige Flasche für meinen privaten Keller aufzuheben….

Aktuell gibt es noch wenige 09er und den aktuellen (!!!) Jahrgang 2011. Letzte Woche hatte ich beide parallel geöffnet und über mehre Abende immer wieder im Glas. Das bedarf einiges an Selbstbeherrschung, das könnt ihr mir glauben;-)

2014-02-06 23.53.00

Die beiden Muskateller. Das Mascherl hätte ich mir eigentlich schenken können, so herrlich unterschiedlich und eigenständig haben sich die Weine präsentiert. Verwechslung ausgeschlossen.

Der 2009er ist wunderbar filigran, quitschlebendig und animierend. Der Wein kann weder seine Herkunft noch seine Rebsorte verleugnen, so schmeckt steirischer Muskateller in seiner reinsten, unverfälschsten Form. Der ganze Spaß  hat nur zarte 10,5% und konnte über die nächsten 5 Tage immer weiter zulegen.

Der 2011er hat von allem einwenig mehr. Mehr Frucht, mehr Kraft, dennoch finessenreich und klar strukturiert. Der Alkohol eine Spur höher, aber immer noch sehr dezent, mit 11,5%. Auch dieser Jahrgang legt mit Zeit und Luft deutlich zu.

Gelber Muskateller vom Opok, 2009 und 2011.

Gelber Muskateller vom Opok, 2009 und 2011.

Sepp Musters Weine sind nicht nur BIO zertifiziert, er arbeitet nach den strengen Regeln des Demeterbundes. Aber darüber einander mal mehr….